Viel Sonne über hellen Köpfen Die eigene Solaranlage auf dem Schuldach

Viel Sonne über hellen Köpfen

Die eigene Solaranlage auf dem Schuldach

Eine Solaranlage direkt auf der Hoch-, Berufs- oder Grundschule — es gibt kein besseres öffentliches Statement für die Solarwende, aber auch keinen besseren Lernort direkt vor der eigenen Tür bzw. auf dem eigenen Dach. Denn das Potential der Anlage geht weit über eine kostengünstige und saubere Energiegewinnung hinaus. In aller Kürze:

  • Beteiligung an Solar- und Energiewende, Statement für den Klimaschutz, positives Image für die Bildungseinrichtung
  • Super zu verbinden mit konkreter Klimabildung über die Verlinkung zum Unterricht
  • Wirkmächtiges Anschauungsmaterial für alle Lernenden direkt vor Ort, Vorbildwirkung durch konkrete Maßnahme
  • Umsetzen der Solarpflicht für öffentliche Gebäude, Umsetzung der Masterplan-Ziele für Schulen (Maßnahme 4.1)

Wir zeigen Ihnen, was Ihre Einrichtung ganz konkret anfangen kann mit diesem meist noch blau-kristallinen Schatz.

Das Potential vorhandener Anlagen nutzen

Große Dachanlage mit rund 40.000 kWh jährlich auf dem Emmy-Noether-Gymnasium in Berlin-Köpenick.

Etwa die Hälfte aller Berliner Schulen verfügt mit Stand 2021 bereits über Solaranlagen auf dem Dach, einige davon teilweise schon seit vielen Jahren. Ihre Schule gehört dazu? Sehr gut — folgende Gedanken möchten wir Ihnen dann gerne mitgeben:

Ihre Solaranlage im Unterricht einbinden

Es liegt so nahe: Sie haben eine Anlage direkt vor Ort — warum nutzen sie diese nicht auch für Ihren Unterricht? Dabei lässt sich das Thema Solarenergie in nahezu jedem Fach nutzen — entweder zum Wissenserwerb, aber auch als praxisnaher Storytelling-Anker für Aufgaben in anderen Bereichen. Vor allem aber ist sie perfektes Anschauungsmaterial, zu dem Sie nicht einmal reisen müssen.

Informationen und Ideen hierzu haben wir Ihnen auf dieser Seite zusammengestellt.

Anlagen sichtbar machen!

Viele Anlagen produzieren zwar zuverlässig Energie, fristen aber abseits davon ein trostloses Dasein. Dabei sollten Solaranlagen sichtbar sein, denn sie sind Vorbilder der Solarwende und regen, wissenschaftlich nachgewiesen, zur Nachahmung an. Hier bieten sich gleich mehrere, teils sehr einfache Möglichkeiten an. Prüfen Sie doch im Rahmen einer Unterrichtseinheit gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern doch einfach einmal die folgende Liste durch und machen Sie sich an die Umsetzung:

  1. Für Passant:innen: Egal, ob die Anlage sichtbar oder versteckt auf dem Schuldach thront — zeigen Sie im öffentlichen Raum, was Ihre Schule für ein klimaneutrales Berlin beiträgt! Das kann eine Infotafel am Schultor sein. Oder in Zusammenarbeit mit der Betreiberin der Anlage auch eine digitale Anzeige zur Solarausbeute der Anlage sein. Zu alten Anlagen gibt es hier Anzeigetafeln, neue Anlagen der Berliner Stadtwerke sind an ein Monitoringsystem angeschlossen.
  2. Für Schüler:innen und Lehrer:innen: Die o.a. Informationsmaßnahmen können natürlich auch an prominenter Stelle innerhalb der Schule angebracht werden. Hier können auch detailliertere Informationen zur Anlage erfolgen, zum Beispiel in Form einer kleinen Posterausstellung über Klimaschutz und Energiewende an der Schule.
  3. Für die Welt: Eventuell finden Sie gemeinsam mit der Anlagenbetreiberin eine Möglichkeit, die Solarausbeute der Anlage im Internet bereit zu stellen. Über eine Datenschnittstelle kann die Internetseite der Schule so beispielsweise jederzeit live darüber informieren, was die Anlage gerade so produziert.
  4. Für Interessierte: bieten Sie für Externe, insbesondere Vertreter:innen anderer Schulen, Führungen zur Anlage an, sofern Ihre Hausmeisterin oder der Anlagenbetreiber etwas zur Anlage, insbesondere auch der Realisierung, erzählen kann. So schaffen Sie einen wichtigen Wissenstransfer innerhalb Berlins. Optimaler Anker für eine breite Öffentlichkeit in diesem Bereich ist die Aktionswoche "Berlin spart Energie" des Landes Berlin, die immer im Spätherbst stattfindet und eine Art "Lange Nacht der Energiewende" ist.

Zum Weiterlesen aus dem Projektarchiv: Bundesprojekt "Erneuerbare sichtbar machen"IZT-Paper "Solarsupport für Schulen"

Initiativen und Projekte starten

Halten Sie Ausschau nach Schülerinnen, Studenten oder Azubis, die Lust haben, sich aktiv für mehr Klimaschutz an Ihrer Einrichtung zu engagieren und gründen Sie gemeinsam mit diesen ein Projektbüro, eine Schulinitiative oder eine AG rund um die gemeinsame Solaranlage.

Denkbar ist dabei alles, was Ihre Anlage und deren Nutzen kommunikativ in den Mittelpunkt stellt — Tipps und Ideen haben wir Ihnen auf dieser Seite zusammen gestellt. Technische Projekte direkt an der Anlage sind komplexer und in vielen Fällen nicht möglich, hier sollten Sie unbedingt professionelle Beratung einholen.

Die alte Anlage verbessern?

Aber auch die Zeit nagt an der Solaranlage. Zwar sind Solarmodule langlebig und können auch nach 30plus Jahren noch Strom produzieren, allerdings nimmt die Leistungsfähigkeit der Anlage über die Zeit langsam ab, was verschiedene Ursachen hat. Außerdem entwickelt sich die Technik immer noch weiter, so dass Updates oder gar ein Upgrade der Anlage angemessen sein können — und vielleicht ja sogar Ansatzpunkt für ein ganz neues Lehr- und Lernprojekt?! Wenn Sie wissen, dass die Anlage schon älter, dann gehen Sie hier doch einmal mit der Betreiberin ins Gespräch?!

Eine neue Anlage für die Schule? — FAQ

  • Grundsätzlich gibt es in Berlin mittlerweile eine Solarpflicht für Schulgebäude. Eigentümer:innen von öffentlichen Bestandsgebäuden müssen die Eignung der Liegenschaften für Solarenergie überprüfen. Bei Eignung muss bis spätestens zum 31.12.2024 eine Anlage errichtet sein. Für Neubauten besteht grundsätzlich die Pflicht, eine Solaranlage umzusetzen.

    Allerdings kann es Ausnahmen geben, wie beispielsweise denkmalgeschützte Gebäude oder Dächer, die für einen sinnvollen Betrieb der Solaranlage nicht geeignet sind. Gründe hierfür können z.B. zeitlich ausgedehnte Verschattungen eines größeren Dachbereichs ebenso sein wie eine Nord-Ausrichtung des Daches etc.

    Ob eine Solaranlage gebaut werden muss, prüft in der Regel das für den Bau zuständige Bezirksamt selbst.

     Weitere Informationen liefert auch das Kapitel zu Solaranlagen auf öffentlichen Liegenschaften.

  • Schulen sind i.d.R. öffentliche Gebäude, daher sind die entsprechenden Bezirksämter* zuständig. Der Kontakt sollte über die Schulleitungen erfolgen — für viele Schulen gibt es bereits Umsetzungsplanungen und einen Zeitkorridor. Wer diesen kennt, kann super den eigenen Unterricht oder Projekttage darum herum planen.

    * Oberstufenzentren, Privatschulen, Hochschulen sowie andere Bildungseinrichtungen unterliegen oft anderen Zuständigkeiten in Bezug auf das Facility Management oder haben hier gar die eigene Hoheit.

  • Bei bezirklicher Zuständigkeit in Berlin wird in der Regel ein Energiedienstleister wie die Berliner Stadtwerke mit dem Bau sowie dem Betrieb von Neuanlagen beauftragt. Die Schule selbst muss sich hier also nicht kümmern. Sie kann aber dennoch Kontakt zum Energiedienstleister aufnehmen und z.B. frühzeitig klären, wie die Solaranlage eventuell auch für die Solarbildung an der Schule genutzt werden kann und welche ganz konkreten Möglichkeiten hier bestehen oder ermöglicht werden können (z.B. jährlicher Projekttag mit Anlagenführung unter Leitung einer Fachperson des Dienstleisters o.ä.).

    Schulen, die schon früh auf Solarenergie gesetzt haben, betreiben die Anlagen teilweise aber auch selbst oder lassen diese durch andere Drittunternehmen, Initiativen etc. betreiben. Sollten Sie also Kontakt zu der zuständigen Stelle für eine Altanlage suchen, sollten Sie über das Facility Management Ihrer Schule oder die Schulleitung gehen.

  • In der Regel handelt es sich bei Solaranlagen auf Schuldächern um Photovoltaik-Anlagen (PV), die Sonnenlicht in Strom umwandeln. Da Strom immer den "kürzesten Weg" nimmt, fließt dieser in der Regel im Schulgebäude in das Stromnetz und betreibt dort direkt Smartboards, die Beleuchtung oder Laptops und Kopiergeräte. Wenn die Schule mehr Strom braucht, als die Solaranlage gerade liefern kann, bezieht sie den zusätzlichen Strom ganz normal aus dem öffentlichen Netz.

    Ob der Strom aus der eigenen Anlage auch bilanziell in der Schule verbleibt (und nicht zu 100% ins Stromnetz "verkauft wird", so dass die Schule ihrerseits zu 100% aus anderen Quellen "zukauft"), hängt vom konkreten Betreibermodell der Anlage ab. Hierzu beraten die zuständigen Betreiberinnen wie zum Beispiel die Berliner Stadtwerke.

    Solarthermie-Anlagen (ST) wandeln das Sonnenlicht in Wärme um und können auf diese Weise beispielsweise warmes Brauchwasser oder Wärme für die Heizungsanlage der Schule liefern. Allerdings spielt diese Technologie in diesem Bereich eine eher untergeordnete Rolle, da Strom flexibler eingesetzt werden kann als Wärme. Solarthermie kann aber z.B. eine Möglichkeit sein, die Solarpflicht zu erfüllen, wenn PV-Energie nicht sinnvoll erscheint.

  • Etwa die Hälfte aller Berliner Schulen ist bereits mit einer Solaranlage belegt! Sie finden also überall Menschen, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen können, wenn Sie sich für Ihre Institution an die Arbeit machen wollen. Wir empfehlen Ihnen, dabei vor allem im selben Bezirk zu schauen, da sich die Regelungen, die Zuständigkeiten und die Unterstützungsangebote hier durchaus unterscheiden können.

    Falls Sie sich inspirieren lassen möchten, was an Schulen in Sachen Klimaschutz — auch im Bereich der Solarenergie — schon so passiert, sollten Sie auf dieser Website der Umweltverwaltung vorbei schauen. Hier finden Sie auch viele Schulen, die sich im Bereich der Solarenergie besonders herausgetan haben oder spannende Schulprojekte in diesem Bereich verfolgen.

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Das Energie-Lexikon bietet einen breiten Überblick zu den wichtigsten Begriffen und Fragestellungen rund um das Thema Solarenergie. Es wird ständig erweitert.

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