Die Mini-Solaranlage liefert Ökostrom vom Balkon Solarenergie in der Mietwohnung

Die Mini-Solaranlage liefert Ökostrom vom Balkon

Solarenergie in der Mietwohnung

Die Energiewende in die eigene Hand nehmen

Der Trend hat viele Namen: Stecker-PV, Balkon-PV, Plug-in-Photovoltaik, Guerilla-PV, Mikro-Solarmodul, Mini-Solaranlage etc. Dabei handelt es sich um anschlussfertige Solarpanels, die mit einem einfachen Schukostecker direkt über die Steckdose der Wohnung angeschlossen werden können. Damit können sich erstmals auch Menschen in einem nennenswerten Umfang direkt an der Solarwende in Berlin beteiligen, die über kein eigenes Dach verfügen. Außerdem setzen sie ein sichtbares Zeichen für Energiewende und Klimaschutz.

Blick von unten auf ein halbtransparentes Stecker-PV-Modul an der Eisenbrüstung eines Balkons.

Die Plug-In-Module können außen am Balkon befestigt werden und produzieren Strom für die eigenen Steckdosen. Und das ohne zusätzliche Verkabelung, ein normaler Stecker reicht.

Aufgehängt werden die Module am Balkon oder an anderen geeigneten Flächen. Auch frei stehende Anlagen gibt es, zum Beispiel für den Garten. Die Module erzeugen meist ausreichend Strom, um Ihre Stromrechnung spürbar zu senken. Da Strom (vereinfacht gesagt) immer den kürzesten Weg wählt, verbrauchen die Geräte in Ihrer Wohnung erst den Strom aus der Balkon-PV-Anlage, bevor Strom aus dem Netz „nachfließt“. Ihr Zähler dreht sich also langsamer, die Netzinfrastruktur wird entlastet, Transportverluste werden reduziert – das spart Geld und Ressourcen.

Wichtig ist, dass die Module sicher befestigt werden, um niemanden zu gefährden und Schäden zu vermeiden. Prüfen Sie vorher, was in Ihrem Mietvertrag oder der Hausordnung steht! Denn auch wenn die kleine PV-Anlage an Ihrem Balkon ein Bekenntnis zur Energiewende ist, so verändert sie die Optik des Hauses, was nicht immer allen passt. Es kann daher nicht schaden, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen und sich dessen Zustimmung einzuholen.

Wie ist die Rechtslage und wie sicher ist Stecker-PV?

Seit dem 27. April 2019 können Verbraucher in Deutschland Steckdosen-Solarmodule zur privaten Stromerzeugung bis zu einer Gesamtleistung von 600 Watt selbst beim Netzbetreiber anmelden. Vorher musste die Anmeldung über einen Elektroinstallateur laufen. Grundlage ist die Norm VDE-AR-N 4105. Eine Untersuchung des Photovoltaik-Instituts im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) kam zu dem Ergebnis, dass beim Betrieb von ein oder zwei Modulen mit einer Strombegrenzung auf maximal 2,6 Ampere eine Überlastung der Hausleitungen und damit eine erhöhte Brandgefahr ausgeschlossen werden könne. Auf der Website der DGS gibt es eine Marktübersicht von Anbietern von Steckdosen-Solarmodulen sowie Erläuterungen zu Sicherheitsstandards und zum Meldeverfahren.

Wichtig: „Ortsfeste Anlagen“ müssen nach aktuellem Stand im Marktstammdatenregister eingetragen werden.

Natürlich sollten die Module über alle notwendigen Sicherheits-Zertifikate verfügen, die Sie auch von Elektrogeräten kennen. Meiden Sie ungeprüfte Anlagen. Die DGS bietet online eine Produktübersicht an und hat sich um eigene Sicherheitskriterien bemüht, die Orientierung bieten.

Hauswand links, zwischen den Fenstern einzelne Solarmodule, im Hintergrund Berliner Häuser

Stecker-PV lässt sich auch harmonisch am Haus platzieren und leistet so dezent einen Beitrag zur eigenen Ökostrom-Produktion.

Wie finde ich ein passendes Modul? Was kostet Stecker-PV?

Neben dem persönlichen Geschmack und der Optik ist sicherlich der Preis beim Kauf ausschlaggebend, kleine Module erhalten Sie schon für um die 350 Euro. Doch aufgepasst: Die „günstigste“ Anlage ist nicht unbedingt die mit dem niedrigsten Preis! Worauf es ankommt, ist der Preis je produzierter und selbst verbrauchter Kilowattstunde (kWh) Strom, also die sogenannten Gestehungskosten. Mit den technischen Angaben der Anlage lässt sich dieser Preis zwar grob kalkulieren (Faustformel: Einkaufspreis der Anlage geteilt durch Leistung in Kilowatt Peak), allerdings spielen viele Faktoren zusätzlich hinein:

  • die Lebensdauer: Sie lässt sich nur schätzen. Je länger die Anlage arbeitet, umso günstiger wird jede damit erzeugte kWh.
  • der konkrete Ertrag: Der hängt vom Standort und der Montage der Anlage ab. Grundsätzlich erreichen Balkon-Anlagen eher selten den angegebenen Maximalertrag. Das verteuert jede produzierte kWh.
  • weitere Faktoren, die sich nicht voraussagen lassen.

Ob sich eine Anlage „lohnt“, hängt also von der Perspektive ab. Die (fachlichen) Meinungen gehen hier weit auseinander. Viel wichtiger als die Frage, ob Sie mit einer solchen Anlage ein paar Euro im Monat einsparen oder am Ende sogar draufzahlen, sollte daher sein, ob Sie sich als Privatperson an der Energiewende beteiligen wollen. Nicht zuletzt setzt so eine Anlage auf dem Balkon auch ein sichtbares Zeichen für die Solarwende. Und: Eine Stecker-Solaranlage erhöht auf jeden Fall Ihre Autarkie und steigert Ihre Unabhängigkeit vom Stromversorger. Auch das kann wichtig sein.

Standortwahl: Die eigene Stecker-PV-Anlage richtig aufstellen

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