Der Masterplan Solarcity Auf dem Weg zur solaren Stadt Berlin

Der Masterplan Solarcity

Auf dem Weg zur solaren Stadt Berlin

Der Masterplan Solarcity

Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Die umfangreiche Nutzung von Solarenergie ist dabei ein wichtiger Baustein, da sie einen wesentlichen Teil des Potenzials an erneuerbaren Energien in der Stadt ausmacht.

Ein Solarstromanteil von 25 Prozent in Berlin ist möglich, zeigen die Untersuchungen des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesystem (ISE) im Rahmen des Masterplans Solarcity. Dafür braucht es bessere Rahmenbedingungen auf Bundesebene aber auch kreative Ansätze vor Ort und einen Instrumentenmix, um die vorhandenen Spielräume im Land Berlin zu nutzen. Wie genau dies aussehen kann, haben Berliner Expertinnen und Experten (der Expertenkreis zum Masterplan Solarcity) gemeinsam mit dem Fraunhofer ISE erarbeitet. Das Ergebnis: 27 Maßnahmen in neun Handlungsfeldern, die bis 2024 umgesetzt werden sollen, um der solaren Stadt Berlin ein gutes Stück näher zu kommen. Dieser Maßnahmenkatalog stellt gemeinsam mit der Studie des Fraunhofer ISE die Expertenempfehlung zum Masterplan Solarcity dar.

Übergabe des Masterplans an Wirtschaftssenatorin Ramona Pop am 4. September 2019.

Mit der Übergabe des Dokuments an die Energiesenatorin Ramona Pop wurde am 4. September 2019 (Pressemeldung) der zehnmonatige Beteiligungsprozess zur Erstellung des Masterplans Solarcity abgeschlossen. Auf Basis der Inhalte erstellt der Senat nun ein Umsetzungskonzept. Wenn zu diesem Konzept ein Senatsbeschluss vorliegt, beginnt die eigentliche Aufgabe: Die gemeinsame Umsetzung der Maßnahmen mit den Berliner Akteuren. Dabei betont die Expertenempfehlung, dass die Solarwende nur gemeinsam mit dem aktiven Beitrag von Gebäudeeigentümern, Unternehmen, Verbänden, Planern und Umsetzern gelingen kann. Die Experten empfehlen, 2024 eine Evaluation der Umsetzung zur Fortschreibung der Maßnahmen und Ziele vorzunehmen, um den Solarausbau in Berlin weiter zielgerichtet und effektiv zu steigern.

Die neun Handlungsfelder des Maßnahmenkatalogs

  • Das Handlungsfeld 1 enthält Maßnahmen im Bereich Information, Beratung, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Voraussetzung für die Investition in eine Solaranlage ist, dass sich die Eigentümer damit beschäftigen und eine fundierte Beratung erhalten. Deshalb wird die Umsetzung einer Solarcity-Kampagne empfohlen, die die Berliner über verschiedene Medien analog und digital anspricht und motiviert. Eine Solarberatung wurde mit dem Solarzentrum Berlin bereits gestartet, auch das Webportal Solarwende Berlin ist bereits online. Hier wird empfohlen, ergänzende digitale Werkzeuge zu entwickeln.

    Darüber hinaus sind Schulen nicht nur als Standorte für Solaranlagen wichtig. Solaranlagen können auch Gegenstand des Unterrichts werden, um das Interesse für Erneuerbare Energien zu wecken, das Wissen um die Solarenergie zu stärken und die Schüler als Multiplikatoren zu gewinnen.

    Zum Handlungsfeld 1 gehören folgende Maßnahmen:

    • Solarberatung für alle Zielgruppen
    • Solarcity-Kampagne Berlin    
    • Webportal Solarwende Berlin und weitere digitale Werkzeuge    
    • Integration von Solarenergie in den Schulunterricht    
    • Solarinformationen bei geeigneten Investitionsanlässen
  • Handlungsfeld 2 hat das Ziel, konkrete Barrieren abzubauen. Dies betrifft die Erleichterungen beim Anschluss von Photovoltaikanlagen an das Stromnetz als auch den Abbau von Barrieren bei der Installation von Solaranlagen auf geschützten Denkmalen sowie von Vorbehalten in Behörden. Die Entwicklung von Maßnahmen zur verstärkten Nutzung der Solarwärme wird empfohlen, da die Wärmewende einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann.

    Das Handlungsfeld 2 umfasst folgende Maßnahmen:

    • Bedingungen für den Netzanschluss von Photovoltaikanlagen verbessen    
    • Barrieren für Solaranlagen im Denkmalschutz abbauen    
    • Entwicklung einer Maßnahme zur verstärkten Solarwärmenutzung
    • Behördliche Vorbehalte auflösen
  • Die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen aufzuzeigen und zu verbessern, ist Ziel von Handlungsfeld 3. Hier geht es einerseits darum, die Investoren bei der wirtschaftlichen Beurteilung einer Solaranlage zu unterstützen und andererseits durch Solar-Förderprogramme spezielle Hemmnisse zu überwinden und die Nachfrage zu stimulieren.
    Im dritten Handlungsfeld werden folgende Maßnahmen empfohlen:

    • Informationsangebot Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen
    • Ergänzende Solar-Förderprogramme in Berlin
  • In Handlungsfeld 4 wird empfohlen, Marktinitiativen zu unterstützen. Dies kann durch die Einrichtung einer Solardachbörse erfolgen, die Dachbesitzer und interessierte Investoren zusammen bringt. Ebenso sollten Mieter bei der Initiierung von Mieterstromanlagen und Wohneigentümergemeinschaften bei der Realisierung von Solaranlagen auf ihrem Gebäude unterstützt werden. Hierfür eignen sich die Bereitstellung zielgruppenspezifischer Materialen sowie eine entsprechende Beratung.

    Handlungsfeld 6 besteht aus folgenden Maßnahmen:

    • Solardachbörse einrichten
    • Mieter bei der Initiierung von Mieterstromanlagen unterstützen
    • Wohneigentümergemeinschaften unterstützen bei der Realisierung von Solaranlagen
  • Um das entsprechende Marktwachstum zu erreichen, müssen die Anbieter, Planer und Installateure ihre Kapazitäten stark ausbauen. Deshalb ist in Handlungsfeld 5 vorgesehen, die Solarwirtschaft, das Handwerk und die Architekten im Bereich Solartechnik zu stärken. Insbesondere im Handwerk ist es wichtig, Nachwuchs zu gewinnen, damit ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen, um die Solaranlagen installieren zu können. Auch Forschung und Bildung im Bereich nachhaltige Energieversorgung sollen nach Meinung der Experten unterstützt werden. Die Weiterentwicklung der Solartechnologie zum Beispiel bei der architektonischen Integration von Solaranlagen wird als mittelfristig wichtig für die Akzeptanz der Bevölkerung eingestuft.

    Konkret empfehlen die Experten folgende vier Maßnahmen:

    • Solarwirtschaft stärken
    • Handwerk im Bereich Solartechnik stärken
    • Architekten für die Solarenergie gewinnen
    • Forschung und Bildung im Bereich nachhaltige Energieversorgung stärken
  • Die Aktivierung von Akteuren und Akteursgruppen zur Umsetzung des Masterplans Solarcity ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung. Deshalb zielen die Maßnahmen des Handlungsfelds 6 darauf ab, dass das Land Berlin Partner für eine aktive Beteiligung gewinnt. Hierzu sollen entsprechende Partnerschaftsvereinbarungen entwickelt und geschlossen werden. Das Ziel ist, ein Partnerschaftsnetzwerk aufzubauen, das sich gegenseitig unterstützt und motiviert und in der Lage ist, die erforderliche Marktdynamik zu generieren.

    Die Maßnahmen im sechsten Handlungsfeld sind:

    • Beiträge der Berliner Akteure zur Umsetzung des Masterplans Solarcity Berlin    
    • Aktivierung des Privatsektors zur Unterstützung der Masterplanumsetzung
  • Die Solarenergie muss in der Stadt sichtbar werden, um die Akteure zu motivieren, sich ebenfalls an der Umsetzung zu beteiligen. Deshalb werden in Handlungsfeld 7 Vorbilder durch Leuchtturmprojekte geschaffen und promotet. Ein Ziel ist es, dass das Land Berlin in den kommenden Jahren auf allen öffentlichen Gebäuden Solaranlagen errichtet. Die Realisierung dieser Solaranlagen wird als ein Indiz für die Entschlossenheit des Senats verstanden, den Masterplan Solarcity umzusetzen und ist damit wichtig für die Gewinnung von Partnern für den Masterplan.

    Das Handlungsfeld 7 besteht aus folgenden zwei Maßnahmen:

    • Bau von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden des Landes Berlin
    • Beispielhafte Solaranlagen promoten
  • Um 25 % Solarstrom in Berlin zu erreichen, braucht es bessere Rahmenbedingungen für die Installation und Nutzung von Solaranlagen. Da viele Rahmenbedingungen auf Bundesebene gesetzt werden, wird in Handlungsfeld 8 empfohlen, diese systematisch zu prüfen und über Bundesratsinitiativen konkrete Verbesserungen anzustoßen. Zudem müssen auch Akteure für die Realisierung von Solaranlagen gewonnen werden, die aus vielfältigen Gründen bislang nicht handeln. Deshalb soll geprüft werden, ob die Einführung einer Solarpflicht für Neubauten und für konkrete Anlässe bei Bestandsbauten umsetzbar und zielführend wäre. Auch wird vorgeschlagen, zu prüfen, welche möglichen Rechtsansprüche für Mieter eingeräumt werden könnten.

    Die folgenden drei Maßnahmen gehören zu Handlungsfeld 8:

    • Bundesratsinitiativen zum Abbau von Barrieren auf Bundesebene
    • Solarpflicht für Neubauten und für Bestandsbauten prüfen
    • Anspruch auf Solarenergie-Nutzungsmöglichkeit von Mieter prüfen
  • Das abschließende Handlungsfeld 9 empfiehlt die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, um die Umsetzung des Masterplans zu unterstützen und in der Praxis kraftvoll voranzutreiben. Des Weiteren wird der Aufbau eines Monitoringsystems zur Erfassung der Fortschritte beim Ausbau der Solarenergie und zur Evaluierung der einzelnen Maßnahmen empfohlen. Diese Informationen sollen öffentlich zur Verfügung stehen, um die Masterplanumsetzung transparent zu machen.

    Zur Umsetzung des Handlungsfeldes 9 werden folgende Maßnahmen empfohlen:

    • Einrichtung einer Koordinierungsstelle des Masterplans Solarcity Berlin    
    • Monitoring, Transparenz und Erfolgskontrolle Masterplan Solarcity Berlin etablieren
Blick von hinten über Publikum auf Staatssekretär Christian Rickerts, der an das Publikum gerichtet spricht.

Staatssekretär Christian Rickerts (SenWEB) erläutert das Verfahren zum Masterplan Solarcity bei der öffentlichen Auftaktveranstaltung am 3. Dezember 2018.

Wie lief der Beteiligungsprozess zum Masterplan Solarcity?

Die Energiewende in Berlin kann nur gelingen, wenn die Akteure zusammenarbeiten. Daher wurde die Erstellung des Masterplans Solarcity als Beteiligungsprozess angelegt. Neben einer öffentlichen Veranstaltung fanden im Zeitraum von November 2018 bis September 2019 sieben Sitzungen sowie vertiefende Workshops eines Expertenkreises statt. Rund 30 Schlüsselakteure aus der Energie- und Solarwirtschaft, der Wohnungswirtschaft, aus Verbänden oder vom Verbraucherschutz wurden eingeladen, die Senatsverwaltung mit Fachwissen und ihrem großen Erfahrungsschatz zu begleiten. Gemeinsam entwickelten sie kreative Lösungsmöglichkeiten und setzten diese um. Am 4. September 2019 wurde diese Expertenempfehlung vom Expertenkreis einstimmig beschlossen und an Senatorin Pop übergeben.

Der Masterplan Solarcity ist ein Projekt zur Umsetzung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) 2030. Die fachliche Begleitung des Prozesses erfolgt über das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Der Prozess wird koordiniert und moderiert durch die Zebralog GmbH, eine Agentur für Dialog und Beteiligung mit Sitz in Berlin und Bonn.

Portraitaufnahme der lächelnden, in die Kamera blickenden Wirtschaftssenatorin Ramona Pop in schwarz-dunkelblau quer-gestreiftem Oberteil mit dunkelblauem Sakko.

Liebe Berlinerinnen und Berliner,

Hitzewellen, Dürre, Starkregen – wir sind längst mittendrin in der Klimakrise. Die Frage ist, wie wir sie am schnellsten und am nachhaltigsten eindämmen. Berlin fördert daher mit aller Kraft den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Als urbaner Raum verfügt unsere Metropole über eine große Anzahl an bislang ungenutzten Dachflächen – ein riesiges Potenzial für eine klimafreundliche Energieversorgung. Damit die Solarwende in Berlin gelingt, müssen die Dächer Berlins stärker für Solaranlagen genutzt werden. In der Senatsverwaltung arbeiten wir daher an der Erstellung des Masterplans Solarcity. Dieser zeigt auf, wie wir deutlich mehr Solarenergie auf die Berliner Dächer bringen können.

Damit die Solarcity ein Erfolgsprojekt wird, brauchen wir die Unterstützung aller Berlinerinnen und Berliner! Auch Sie können sich an der Berliner Solarwende beteiligen, damit unsere Stadt für zukünftige Generationen lebenswert ist. Privatpersonen, Hauseigentümerinnen und -eigentümer, Mieterinnen und Mieter, Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen können sich fortan ganz individuell auf dieser Webseite über ihre Möglichkeiten im Bereich der Solarenergie informieren.

Lassen Sie uns gemeinsam die Energiewende vorantreiben!

Ihre Ramona Pop

Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe

Portraitaufnahme der lächelnden, in die Kamera blickenden Wirtschaftssenatorin Ramona Pop in schwarz-dunkelblau quer-gestreiftem Oberteil mit dunkelblauem Sakko.

Hauptmenü

Energie-Lexikon

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Das Energie-Lexikon bietet einen breiten Überblick zu den wichtigsten Begriffen und Fragestellungen rund um das Thema Solarenergie. Es wird ständig erweitert.

Sie vermissen einen Begriff oder haben Feedback? Schreiben Sie uns. info@solarwende-berlin.de

Beratung des SolarZentrums

Ihr direkter Draht zum SolarZentrum Berlin

Das SolarZentrum Berlin bietet Ihnen eine durch Landes-Förderung kostenfreie Basisberatung zu allen Fragen rund um das Thema Solaranlage und Solarenergie.


SolarZentrum Berlin im Effizienzhaus Plus
Fasanenstraße 87a
10623 Berlin

Öffnungszeiten:
Di. – Fr., 9:00 – 15:00

Pers. vereinbarte Termine:
Mo. - Fr. 9:00 – 17:00
und nach Absprache